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SUMMARY:Patricia Dreyfus -----------   S U S P E N D E D
DESCRIPTION:S U S P E N D E D\n\n\n\nPatricia Dreyfus schreibt über ih
 r Werk: Mein Werk\, in dem ich verschiedene Techniken und Medien verwe
 nde\, ist voller menschlicher Kreaturen und Symbole. Ich stelle mir Fr
 agen\, die mir am Herzen liegen\, wie Herkunft\, Identität und Geschle
 cht in einer zunehmend verwirrten und unsicheren Welt.  Ich arbeite in
  Serien von Zeichnungen\, Stickereien und Skulpturen. Alle Serien sind
  Teil einer Welt\, die ich aus meiner eigenen Realität heraus konzipie
 re und mir vorstelle\, gefiltert durch meine Beobachtung\, um sie\, wi
 e ich hoffe\, mit ein wenig Poesie und Ironie anderen zugänglich zu ma
 chen.\n\nPatricia Dreyfus wurde in Dakar\, Senegal\, geboren und verbr
 achte ihre Schulzeit in Paris. Bis 1992 arbeitet sie als Dokumentarfil
 merin in den Bereichen Kunst\, Musik und Wirtschaft und gewinnt mit La
  rencontre au sommet den Preis für den besten Film auf dem Filmfestiva
 l von Biarritz 1987. Ihre Filmarbeiten sind im Institut du Monde Arabe
 \, Paris\, im Centre Georges Pompidou\, Paris\, im Musée d'Art Moderne
 \, Paris und im Musée de Pontoise zu sehen.\nParallel dazu studierte s
 ie von 1982 bis 1984 Kunst mit den Schwerpunkten Zeichnung und Skulptu
 r im Atelier Gregory Mazurovsky im American Center und an der Académie
  de la Grande Chaumière\, Paris.\nVon 1992 bis 2012 lebte sie in Basel
  und entwickelte dort ihre künstlerische Arbeit. Seit 2012 lebt und ar
 beitet sie in Berlin und stellt international aus.\n\nDr. Carmen Putsc
 hky\, Autorin und Kunsthistorikerin\, schreibt über das Werk  S U S P 
 E N D E D:\n\nEin langer\, transparenter Stoff hängt herab\, an der De
 cke befestigt\, breitet sich im Raum aus\, 160 cm breit und 500 cm lan
 g. Auf ihm befestigt sind kleine helle Rechtecke aus Baumwollstoff\, n
 achlässig aufgebracht\, teilweise hängen die Ecken ein wenig hinab. Si
 e bekommen so eine skulpturale Wirkung\, spielen mit Licht und Schatte
 n\, sind nicht ganz zu sehen. Gleichzeitig sind sie symmetrisch auf de
 m transparenten Stoff angeordnet – so zählt man 50 Felder in vier hori
 zontalen und neun vertikalen Streifen. Auf dem Boden verliert sich die
 se Regelmäßigkeit – die rechteckigen Stoffstücke sind nun nachlässig u
 nd wie zufällig hingelegt. Sie nehmen Raum ein über die Grenze des hän
 genden\, transparenten Stoffes.\n\nIn diesem Bodenbereich befindet sic
 h auf dem Stoff ein kleines Modell aus Gips. Als einfache Form eines H
 auses ist es universell erkennbar. Davon ausgehend legen sich rote Fäd
 en über die Fläche hin zu den am Boden verteilten Rechtecken. Es entst
 eht ein Liniengewirr\, dessen Bewegungsrichtung nicht bestimmbar ist. 
 Das Haus steht für das persönliche Zentrum\, die Matrix. Es wirkt nich
 t zugänglich\, unversehrt. Von dort gibt es eine Vernetzung zu und von
  den Bildern\, also im übertragenen Sinne zu den Erlebnissen\, Erfahru
 ngen. Dieses Arrangement steht für die individuellen Lebenswege einer 
 jeden Person. Die verschlungenen roten Fäden weisen in verschiedene Ri
 chtungen und erinnern an pulsierende Blutadern. Die Rechtecke weisen e
 ine gestickte lineare schwarze Rahmung auf. Darin erscheinen ebenfalls
  gestickte zeichnerische Motive in schwarz\, rot\, rosa und orange.\n\
 nMotivisch handelt es sich um weiblich-figurative Darstellungen – mal 
 ein Kopf\, mal eine Form\, die dem Körper einer Frau nur ähnelt\, mal 
 konkret erkennbare Figuren. Oft sind es nur Andeutungen\, manchmal ist
  es konkreter\, immer rätselhaft und surreal. Die Frauengestalten werd
 en in verschiedenen Zuständen präsentiert: zu zweit oder alleine\, auf
  dem Kopf\, stehend oder liegend\, schwanger oder gebärend\, manchmal 
 werden sie zu metamorphotischen Wesen. Oft weisen sie bestimmte Schlüs
 selreize auf wie rote\, hochhackige Schuhe\, Münder\, Brüste\, Vulven.
  Mit den Bildern wird das Erzählen einer Geschichte suggeriert - jedes
  einzelne Bild erzählt etwas und alle zusammen bilden eine Bildfolge.\
 n\nDie gesamte Installation wirkt fast immateriell - transparent\, lei
 cht\, weich\, zart und ist zeitgleich ein eindrucksvolles Hindernis. D
 as Werk ist raumgreifend\, nutzt haptisch greifbare Materialien\, stel
 lt sich in den Weg\, greift in die Umgebung ein – auch in den Denkraum
  der rezipierenden Person.\n\nDas Wort „Suspended“ hat laut Wörterbuch
  viele Übersetzungsmöglichkeiten wie schwebend\, hängend\, unbestimmt\
 , unentschieden\, aufgeschoben\, aufgehoben\, angehalten. Das Werk S U
  S P E N D E D (Embroideries on cotton\, transparent fabrics\, thread\
 , plaster\, 160x500 cm) lässt sich so assoziieren mit Erinnerungen an 
 Erlebnisse\, mal präsent\, mal verschüttet\, nicht beeinflussbar\, sub
 jektiv und die Persönlichkeit eines jeden Menschen bestimmend.\n\nS U 
 S P E N D E D ist ein persönliches Werk\, es erzählt die Lebensgeschic
 hte einer Frau\, wie ein Rückblick auf ein leidenschaftliches und inte
 nsives Leben. Ein Erzählfluss überfällt uns. Dennoch sind wir nicht in
  der Lage\, einen voyeuristischen Blick zu werfen - wir ahnen\, dass d
 ie Kunst das Wissen vieler Erfahrungen\, Erlebnisse\, Leiden\, Freuden
 \, Trauer\, Schmerzen und Freuden in sich birgt. Wir können die rätsel
 haften Bildfolgen jedoch nur durch unsere eigenen Erfahrungen lesen un
 d kommen so dazu\, über uns selbst nachzudenken: Was haben wir erlebt?
  Was definiert uns? Wie wollen wir unser Leben und unsere Beziehungen 
 gestalten?\nFoto: Patricia Dreyfus\, 2023
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p>S U S P E N D E D</p>\n<hr />\n<p>Patr
 icia Dreyfus schreibt über ihr Werk: &#8222\;Mein Werk\, in dem ich ve
 rschiedene Techniken und Medien verwende\, ist voller menschlicher Kre
 aturen und Symbole. Ich stelle mir Fragen\, die mir am Herzen liegen\,
  wie Herkunft\, Identität und Geschlecht in einer zunehmend verwirrten
  und unsicheren Welt.  Ich arbeite in Serien von Zeichnungen\, Sticker
 eien und Skulpturen. Alle Serien sind Teil einer Welt\, die ich aus me
 iner eigenen Realität heraus konzipiere und mir vorstelle\, gefiltert 
 durch meine Beobachtung\, um sie\, wie ich hoffe\, mit ein wenig Poesi
 e und Ironie anderen zugänglich zu machen.&#8220\;</p>\n<p>Patricia Dr
 eyfus wurde in Dakar\, Senegal\, geboren und verbrachte ihre Schulzeit
  in Paris. Bis 1992 arbeitet sie als Dokumentarfilmerin in den Bereich
 en Kunst\, Musik und Wirtschaft und gewinnt mit La rencontre au sommet
  den Preis für den besten Film auf dem Filmfestival von Biarritz 1987.
  Ihre Filmarbeiten sind im Institut du Monde Arabe\, Paris\, im Centre
  Georges Pompidou\, Paris\, im Musée d&#8217\;Art Moderne\, Paris und 
 im Musée de Pontoise zu sehen.<br>\nParallel dazu studierte sie von 19
 82 bis 1984 Kunst mit den Schwerpunkten Zeichnung und Skulptur im Atel
 ier Gregory Mazurovsky im American Center und an der Académie de la Gr
 ande Chaumière\, Paris.<br>\nVon 1992 bis 2012 lebte sie in Basel und 
 entwickelte dort ihre künstlerische Arbeit. Seit 2012 lebt und arbeite
 t sie in Berlin und stellt international aus.</p>\n<p>Dr. Carmen Putsc
 hky\, Autorin und Kunsthistorikerin\, schreibt über das Werk  S U S P 
 E N D E D:</p>\n<p>&#8222\;Ein langer\, transparenter Stoff hängt hera
 b\, an der Decke befestigt\, breitet sich im Raum aus\, 160 cm breit u
 nd 500 cm lang. Auf ihm befestigt sind kleine helle Rechtecke aus Baum
 wollstoff\, nachlässig aufgebracht\, teilweise hängen die Ecken ein we
 nig hinab. Sie bekommen so eine skulpturale Wirkung\, spielen mit Lich
 t und Schatten\, sind nicht ganz zu sehen. Gleichzeitig sind sie symme
 trisch auf dem transparenten Stoff angeordnet – so zählt man 50 Felder
  in vier horizontalen und neun vertikalen Streifen. Auf dem Boden verl
 iert sich diese Regelmäßigkeit – die rechteckigen Stoffstücke sind nun
  nachlässig und wie zufällig hingelegt. Sie nehmen Raum ein über die G
 renze des hängenden\, transparenten Stoffes.</p>\n<p>In diesem Bodenbe
 reich befindet sich auf dem Stoff ein kleines Modell aus Gips. Als ein
 fache Form eines Hauses ist es universell erkennbar. Davon ausgehend l
 egen sich rote Fäden über die Fläche hin zu den am Boden verteilten Re
 chtecken. Es entsteht ein Liniengewirr\, dessen Bewegungsrichtung nich
 t bestimmbar ist. Das Haus steht für das persönliche Zentrum\, die Mat
 rix. Es wirkt nicht zugänglich\, unversehrt. Von dort gibt es eine Ver
 netzung zu und von den Bildern\, also im übertragenen Sinne zu den Erl
 ebnissen\, Erfahrungen. Dieses Arrangement steht für die individuellen
  Lebenswege einer jeden Person. Die verschlungenen roten Fäden weisen 
 in verschiedene Richtungen und erinnern an pulsierende Blutadern. Die 
 Rechtecke weisen eine gestickte lineare schwarze Rahmung auf. Darin er
 scheinen ebenfalls gestickte zeichnerische Motive in schwarz\, rot\, r
 osa und orange.</p>\n<p>Motivisch handelt es sich um weiblich-figurati
 ve Darstellungen – mal ein Kopf\, mal eine Form\, die dem Körper einer
  Frau nur ähnelt\, mal konkret erkennbare Figuren. Oft sind es nur And
 eutungen\, manchmal ist es konkreter\, immer rätselhaft und surreal. D
 ie Frauengestalten werden in verschiedenen Zuständen präsentiert: zu z
 weit oder alleine\, auf dem Kopf\, stehend oder liegend\, schwanger od
 er gebärend\, manchmal werden sie zu metamorphotischen Wesen. Oft weis
 en sie bestimmte Schlüsselreize auf wie rote\, hochhackige Schuhe\, Mü
 nder\, Brüste\, Vulven. Mit den Bildern wird das Erzählen einer Geschi
 chte suggeriert &#8211\; jedes einzelne Bild erzählt etwas und alle zu
 sammen bilden eine Bildfolge.</p>\n<p>Die gesamte Installation wirkt f
 ast immateriell &#8211\; transparent\, leicht\, weich\, zart und ist z
 eitgleich ein eindrucksvolles Hindernis. Das Werk ist raumgreifend\, n
 utzt haptisch greifbare Materialien\, stellt sich in den Weg\, greift 
 in die Umgebung ein – auch in den Denkraum der rezipierenden Person.</
 p>\n<p>Das Wort „Suspended“ hat laut Wörterbuch viele Übersetzungsmögl
 ichkeiten wie schwebend\, hängend\, unbestimmt\, unentschieden\, aufge
 schoben\, aufgehoben\, angehalten. Das Werk S U S P E N D E D (Embroid
 eries on cotton\, transparent fabrics\, thread\, plaster\, 160&#215\;5
 00 cm) lässt sich so assoziieren mit Erinnerungen an Erlebnisse\, mal 
 präsent\, mal verschüttet\, nicht beeinflussbar\, subjektiv und die Pe
 rsönlichkeit eines jeden Menschen bestimmend.</p>\n<p>S U S P E N D E 
 D ist ein persönliches Werk\, es erzählt die Lebensgeschichte einer Fr
 au\, wie ein Rückblick auf ein leidenschaftliches und intensives Leben
 . Ein Erzählfluss überfällt uns. Dennoch sind wir nicht in der Lage\, 
 einen voyeuristischen Blick zu werfen &#8211\; wir ahnen\, dass die Ku
 nst das Wissen vieler Erfahrungen\, Erlebnisse\, Leiden\, Freuden\, Tr
 auer\, Schmerzen und Freuden in sich birgt. Wir können die rätselhafte
 n Bildfolgen jedoch nur durch unsere eigenen Erfahrungen lesen und kom
 men so dazu\, über uns selbst nachzudenken: Was haben wir erlebt? Was 
 definiert uns? Wie wollen wir unser Leben und unsere Beziehungen gesta
 lten?&#8220\;</p>\n<p style=margin: 0in\; font-family: Calibri\; font-
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